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Studienabsolventenquote

Quelle: Statistisches Bundesamt, 2012

Die Entwicklung in Deutschland seit dem Jahr 2000

Als einziger Indikator des MINT-Meters ist die Studienabsolventenquote nicht direkt MINT- bezogen, sondern erlaubt Aussagen darüber, wie verbreitet Hochschulabschlüsse in der entsprechenden Altersgruppe im Allgemeinen sind. Die Studienabsolventenquote bezieht die Anzahl der gesamten Erstabsolventen auf die entsprechende Altersgruppe, indem zunächst Quoten für einzelne Altersjahrgänge gebildet und diese anschließend aufsummiert werden („Quotensummenverfahren“). Eine höhere Studienabsolventenquote bedeutet bei einem konstanten MINT-Anteil an den Erstabsolventen auch eine größere Anzahl an Absolventen in MINT-Fächern, so dass die Studienabsolventenquote trotz des fehlenden direkten Bezugs zum MINT-Segment einen wichtigen Effekt auf die Absolventenzahlen hat.

Die Entwicklung der Studienabsolventenquote in Deutschland war seit dem Jahr 2005 sehr positiv. Von gut 21 Prozent im Jahr 2005 stieg sie kontinuierlich an und lag im Jahr 2010 bei rund 30 Prozent. Nach einer sehr starken Erhöhung zwischen 2008 und 2009 um 3 Prozentpunkte, stieg die Studienabsolventenquote zwischen 2009 und 2010 nochmals deutlich von 29,2 auf 29,9 Prozent. Es fehlt also nur noch ein Prozentpunkt bis der Zielwert für die Studienabsolventenquote, der bei 31 Prozent liegt, erreicht ist. Allerdings sind die deutlichen Zunahmen zum Teil auf den vorübergehenden Umstellungseffekt der Bachelor-Master-Struktur zurückzuführen, da derzeit Bachelor- und Diplomabsolventen gleichzeitig ihr Studium beenden. Nach komplett erfolgter Umstellung könnten die Zunahmen zukünftig geringer ausfallen. In den nächsten Jahren ist aufgrund der steigenden Studienanfängerquoten mit einer Zunahme der Absolventenquote zu rechnen..

Ein Blick auf die Bundesländer

Im innerdeutschen Vergleich der Studienabsolventenquoten erreichten im Jahr 2008 Berlin und Bremen als einzige Bundesländer eine den Zielwert von 31,0 Prozent erfüllende Quote. Mit fast 47 Prozent wurde der Zielwert besonders in Bremen sogar deutlich übertroffen. Bezüglich der übrigen Bundesländer fällt eine Zweiteilung auf: Neben Bundesländern, die in 2008 eine äußerst niedrige Studienabsolventenquote von weniger als 20 Prozent aufwiesen, wie Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und das Saarland, lagen in vielen Bundesländern überdurchschnittliche Quoten vor. Beispiele in dieser Richtung sind Hamburg, Hessen und Baden-Württemberg. Insgesamt ist ein positiver Trend bei den Studienabsolventenquoten der einzelnen Bundesländer zu vermerken. So ist der Anteil der Hochschulabsolventen an der altersspezifischen Bevölkerung in allen Bundesländern mit Ausnahme von Berlin im Jahr 2008 gegenüber dem Vergleichsjahr 2005 gestiegen.


Indikator: Anzahl aller Hochschulabsolventen an der altersspezifischen Bevölkerung (nach dem ‚Quotensummenverfahren’) für die Jahre 2005 und 2011 nach Bundesländern; Quelle: Statistisches Bundesamt (2012)

Internationale Einordnung

Auch der internationale Vergleich belegt, dass Studienabsolventenquoten in Höhe des deutschen Zielwerts durchaus realistisch und erreichbar sind. Im Jahr 2009 besaßen immerhin 18 der 25 betrachteten OECD-Länder eine Quote oberhalb von 31 Prozent. Deutschland zählt im Vergleich zu den Ländern mit den geringsten Quoten. Allerdings vernachlässigt der internationale Vergleich, dass in Deutschland neben dem Hochschulsystem auch das duale Ausbildungssystem Absolventen hervorbringt, deren Kompetenzen zum Teil durchaus den Kompetenzen Hochqualifizierter aus anderen Ländern entsprechen (Anger/Plünnecke, 2009). Deutschland weist somit im internationalen Vergleich noch Nachholbedarf auf, wird sich jedoch aufgrund der spezifischen Struktur seines Bildungssystems bezüglich der Höhe der Studienabsolventenquote stets von Ländern unterscheiden, in denen das System der beruflichen Bildung weniger stark ausgeprägt ist.


Indikator: Studienabsolventenquote ‚Internationaler Vergleich’; Studienabsolventenquote (Erststudium) im Jahr 2010. Quelle: OECD, 2012. Anmerkung: Aufgrund unterschiedlicher Abgrenzungen der MINT-Fächer kommt es in Deutschland zu geringfügigen Abweichungen der hier verwendeten Daten des Statistischen Bundesamtes im Vergleich zu den OECD-Werten.


Fazit

Auch wenn seit dem Jahr 2000 die Hochschulabsolventenquote in Deutschland von knapp 17 auf rund 29 Prozent gestiegen ist, bleibt der Handlungsdruck hinsichtlich dieses Indikators bestehen. Um mittelfristig die Anzahl an akademisch qualifizierten MINT-Absolventen zu erhöhen, sollte neben einer Erhöhung des MINT-Anteils an allen Absolventen auch der Anteil an Studienabsolventen an einem Jahrgang vergrößert werden. Im Unterschied zu anderen Ländern sind in Deutschland die Kompetenzen der erwachsenen Bevölkerung mit abgeschlossener Berufsausbildung, aber ohne Hochschulabschluss, sehr hoch. Beruflich qualifizierte Fachkräfte ohne Abitur sollten aus diesem Grund verstärkt für ein berufsbegleitendes Hochschulstudium in den MINT-Fächern gewonnen werden.

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