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MINT-Studienabsolventenanteil

Nur Erstabsolventen; Quelle: IW Köln auf Basis von Statistisches Bundesamt

Die Entwicklung in Deutschland seit dem Jahr 2000

Der Anteil der MINT-Erstabsolventen an allen Erstabsolventen der deutschen Hochschulen ergibt den MINT-Studienabsolventenanteil. Dieser Indikator erlaubt somit eine Aussage über das relative Gewicht von MINT-Studiengängen. Bei der Interpretation der aktuellen Erstabsolventenzahlen ist nicht nur aufgrund der doppelten Jahrgänge Vorsicht geboten. Erschwerend kommt hinzu, dass große Teile der Bachelorabsolventen nicht unmittelbar dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, da sie im Anschluss an den Bachelorabschluss ein (Vollzeit-)Masterstudium absolvieren. Zudem befinden sich unter den MINT-Absolventen überproportional viele Personen, die ihre Hochschulzugangsberechtigung im Ausland erworben haben und nach ihrem Studienabschluss Deutschland wieder verlassen, um in ihrem Heimatland oder einem weiteren Land zu arbeiten. Dennoch gibt es deutliche Indizien dafür, dass der Anstieg der MINT-Absolventenzahlen nicht allein durch die doppelten Jahrgänge verursacht wurde. Lag der Anteil der MINT-Absolventen an allen Hochschulabsolventen im Jahr 2005 noch bei 31,3 Prozent, so stieg er bis zum Jahr 2011 auf 34,3 Prozent. Das entspricht einem Anstieg um immerhin 3 Prozentpunkte.

Selbst wenn man nicht berücksichtigt, dass bei weitem nicht alle Absolventen dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, würde ihre aktuelle Zahl von rund 105.000 noch nicht ganz ausreichen, um langfristig die Nachfrage nach MINT-Akademikern zu befriedigen. Der aus Ersatz- und Expansionsbedarf errechnete jährliche Gesamtbedarf wird in den kommenden Jahren auf 115.500 steigen.

Zukünftig kann jedoch aufgrund der höheren Anfängerzahlen und der niedrigeren Abbrecher- und Wechselquoten davon ausgegangen werden, dass noch mehr junge Menschen ein MINT-Studium abschließen werden. Basierend auf der Studienanfängerprognose der Kultusministerkonferenz aus dem Jahr 2012 und unter der Annahme eines MINT-Anteils unter den Anfängern von 37,9 Prozent und einer Abbrecher- und Wechselquote von 30 Prozent, ergibt sich eine prognostizierte Gesamtzahl von 1,12 Millionen Hochschulabsolventen in den MINT-Fächern. Nimmt man für die Prognose die Abbrecher- und Wechselquote von 34 Prozent und den MINT- Anteil von 37 Prozent aus dem Jahr 2005 an, so kommt man nur auf einen Wert von 1,05 Millionen MINT-Absolventen. Rund 72.000 der zusätzlichen MINT-Absolventen gehen also nicht auf die allgemein höhere Studierneigung zurück, sondern sind Folgen vieler MINT-Initiativen und positiver Arbeitsmarktsignale.

Ein Blick auf die Bundesländer

Der Vergleich des MINT-Studienabsolventenanteils nach Bundesländern ist weiterhin sehr aufschlussreich. Die Mehrzahl der deutschen Bundesländer weist im Vergleich zum Jahr 2005 eine positive Entwicklung des MINT-Studienabsolventenanteils auf.


Indikator: Anteil der MINT-Absolventen an allen Hochschulabsolventen in den Jahren 2005 und 2011 nach Bundesländern und Fächergruppe; Quelle: IW auf Basis Statistisches Bundesamt

Internationale Einordnung

Der internationale Vergleich offenbart, wie anspruchsvoll ein MINT-Anteil von 40 Prozent an den Erstabsolventen ist. Bislang erreicht kein OECD-Land einen derart hohen Anteil. Darüber hinaus schneidet Deutschland im internationalen Vergleich sehr gut ab und belegt unter 31 Staaten nach Südkorea (32,1) und Finnland den dritten Rang. Trotzdem ist die Zielsetzung für Deutschland sinnvoll. Der internationale Vergleich kann die Besonderheiten des deutschen Bildungssystems, bei dem viele erzieherische und gesundheitsbezogene Ausbildungswege nicht im Hochschulbereich verortet sind, nicht erfassen. Auf diese Weise wird der Nenner der MINT-Studienabsolventenquote – die Anzahl der Absolventen insgesamt – für Deutschland unterschätzt. Um eine vergleichbare Anzahl an MINT- Hochschulabsolventen wie in anderen Ländern zu erhalten, muss demnach ein deutlich höherer MINT-Anteil an allen Hochschulabsolventen erreicht werden. Ferner ist der MINT-Anteil an allen Erwerbstätigen in Deutschland größer als im OECD-Schnitt, so dass ein höherer Bedarf auftritt.


Indikator: MINT-Absolventenanteil ‚Internationaler Vergleich’ in 2010 in Prozent aller Absolventen, alle Absolventen (inkl. Erstabsolventen); Quelle: OECD, 2012. Anmerkung: Die OECD-Daten weichen von den Daten des Statistischen Bundesamtes wegen unterschiedlicher Abgrenzung der MINT-Fächer und fehlender Beschränkung auf Erstabsolventen leicht ab.

Fazit

Die Absolventenzahl wird nicht ausreichen, um den aus Ersatz- und Expansionsbedarf bestehenden Gesamtbedarf von 1,10 Millionen MINT-Akademikern bis 2020 zu decken. Nicht alle Absolventen stehen dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung. Nimmt man eine sehr hohe Erwerbstätigenquote von 95 Prozent und eine optimistisch geschätzte (Rück)Wanderung von 5 Prozent der Studienabsolventen an, was vor dem Hintergrund des hohen Bildungsausländeranteils ein für den deutschen Arbeitsmarkt optimistischer Wert ist, so ergibt sich nur noch eine Zahl von 1,01 Millionen zusätzlichen MINT-Akademikern, die dem deutschen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen. Die MINT-Lücke dürfte folglich bis zum Jahr 2020 folglich aus struktureller Sicht weiterhin im Trend leicht steigen. Obwohl die Hochschulabsolventenzahlen aufgrund der doppelten Jahrgänge hoch sein werden, werden weitere Maßnahmen zur Fachkräftesicherung nötig sein, um die MINT-Lücke schließen zu können.

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