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MINT-Quote unter Frauen

Indikator: Anteil der Hochschulabsolventinnen in einem MINT-Studiengang an allen Hochschulabsolventinnen in Deutschland in Prozent aller Erstabsolventinnen, nur Erstabsolventinnen; Quelle: IW Köln auf Basis von Statistisches Bundesamt

Die Entwicklung in Deutschland seit dem Jahr 2000

Dabei war die MINT-Quote unter den Erstabsolventinnen im mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich im gesamten Betrachtungszeitraum deutlich höher als im ingenieurwissenschaftlichen Bereich. So erwarben im Jahr 2011 knapp 8 Prozent der Erstabsolventinnen deutscher Hochschulen einen Abschluss in einem T-Fach, aber knapp 13 Prozent schlossen ein MIN- Studium ab. Damit sind die Frauenanteile in den MINT-Fachrichtungen, die besonders gute Einkommens- und Karriereperspektiven bieten wie Maschinenbau und Elektrotechnik, weiterhin sehr niedrig. Aber auch um den zukünftigen Bedarf an Ingenieuren decken zu können, bedarf es in den ingenieurwissenschaftlichen Fächern einer wesentlichen Steigerung des Anteils der Frauen.

Auch wenn die Zahl der MINT-Absolventinnen inzwischen steigt, haben sich in der Vergangenheit nur relativ wenige Frauen für ein MINT-Studium entschieden. Daher waren im Jahr 2010 nur 450.300 der 2,26 Millionen erwerbstätigen MINT-Akademiker weiblich. Allerdings hat die Zahl der erwerbstätigen MINT-Akademikerinnen in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der erwerbstätigen MINT-Akademikerinnen um 155.800 gestiegen, das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Beschäftigungsexpansion in Höhe von 4,3 Prozent oder 15.600 Personen. Seit dem Jahr 2005 hat die Beschäftigungsdynamik noch zugenommen und zeigt einen jährlichen Zuwachs von 4,5 Prozent oder 17.700 erwerbstätigen Frauen mit einem MINT-Hochschulabschluss. Damit liegt die relative Beschäftigungsdynamik bei weiblichen MINT-Akademikern deutlich höher als bei den männlichen Beschäftigten mit einem Hochschulabschluss im MINT-Bereich, deren Erwerbstätigenzahl im Vergleich zum Jahr 2000 um jährlich 2,4 Prozent gestiegen ist. In der M+E-Industrie waren im Jahr 2010 42.500 (ohne Berufsakademie) bzw. 44.700 (mit Berufsakademie) weibliche MINT-Akademiker beschäftigt.

Ein Blick auf die Bundesländer

Der Blick auf die MINT-Quote unter Frauen in den 16 Bundesländern offenbart nur vergleichsweise geringe Abweichungen der Länderwerte vom bundesweiten Durchschnitt. Kein Bundesland erreicht den Zielwert von 32 Prozent. Die Entwicklung über die Zeit zeigte zwischen 2005 und 2011 in fünf Bundesländern eine positive Tendenz.


Indikator: Anteil der Hochschulabsolventinnen in einem MINT-Studiengang an allen Hochschulabsolventinnen (nur Erstabsolventinnen) in den Jahren 2005 und 2011 nach Bundesländern; Quelle: IW auf Basis Statistisches Bundesamt

Internationale Einordnung

Einen Anteil von 32 Prozent MINT-Absolventinnen gemessen an allen Absolventinnen erreicht bislang kein OECD-Staat. Deutschland schneidet im internationalen Vergleich der vom Statistischen Bundesamt leicht abweichend berechneten OECD-Daten von 27 Staaten sehr gut ab und erreicht Platz 2. Die Streuung der Ergebnisse ist international jedoch sehr hoch. Zwischen den Niederlanden, die mit einer Quote von weniger als 5 Prozent auf dem letzten Rangplatz liegen, und Südkorea, das Platz 1 belegt, liegen fast 15 Prozentpunkte. Obwohl Deutschland eine international hohe MINT-Quote unter Erstabsolventinnen erzielt, bleibt auch hinsichtlich dieses Indikators Handlungsbedarf. Die geringe MINT-Quote unter Absolventinnen im Ausland ist nämlich zum Teil darauf zurückzuführen, dass dort Erziehungs- und Gesundheitsberufe an Hochschulen ausgebildet werden und mehr Frauen als Männer einen Hochschulabschluss erreichen.


Indikator: MINT-Quote unter Frauen ‚Internationaler Vergleich’ im Jahr 2010 in Prozent aller Absolventinnen inkl. Erstabsolventinnen; Anmerkung: Die OECD-Daten weichen von den Daten des Statistischen Bundesamtes wegen unterschiedlicher Abgrenzung der MINT-Fächer und fehlender Beschränkung auf Erstabsolventen leicht ab. Quelle: OECD, 2012

Fazit

Rund jede fünfte Erstabsolventin eines Hochschulstudiums in Deutschland hatte im Jahr 2010 ihren Abschluss in einem MINT-Fach erworben. Zwar ist seit einigen Jahren bundesweit ein Anstieg dieser MINT-Quote unter Frauen zu beobachten, zur Erreichung des Zielwerts in Höhe von 32 Prozent fehlen aber noch 12 Prozentpunkte. Auch im internationalen Vergleich zeigt sich, dass dieses Ziel ambitioniert ist. Dennoch gilt es, den Anteil der Studienanfängerinnen, die ein MINT-Studium aufnehmen, deutlich zu erhöhen. Insbesondere in den ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen besteht Verbesserungsbedarf.

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