„Mathe ist mehr als
nur ein Schulfach.“
Banner
MINT-Ersatzquote

Indikator: Ersatzquote in Deutschland seit 2000, Anzahl der Erstabsolventen pro 1000 Erwerbstätige, nur Erstabsolventen. Quelle: IW Köln auf Basis von Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Statistisches Bundesamt

Die Entwicklung in Deutschland seit dem Jahr 2000

Die MINT-Ersatzquote sagt aus, wie viele Hochschulabsolventen eines MINT-Fachs im Vergleich zu den Erwerbstätigen insgesamt in einem Jahr ihren Abschluss machen. Im Jahr 2010 betrug die MINT-Ersatzquote in Deutschland 2,43 Erstabsolventen pro 1.000 Erwerbstätige. Die Entwicklung dieses Indikators ist erfreulich, denn seit dem Jahr 2005 ist die Ersatzquote kontinuierlich angestiegen. Zwischen 2005 und 2010 nahm sie um rund 45 Prozent zu.

Der Anstieg der MINT-Ersatzquote in den letzten Jahren wurde durch die Zuwächse bei den Erstabsolventen eines mathematisch-naturwissenschaftlichen und eines technischen Studiums gleichermaßen verursacht. Zwischen 2005 und 2010 stiegen die Quoten in beiden Bereichen um mehr als 50 Prozent an. Im Jahr 2009 lagen die Ersatzquoten mit rund 1,2 in beiden Bereichen etwa auf gleich hohem Niveau.

Da die MINT-Ersatzquote in der Vergangenheit eine sehr positive Entwicklung genommen hat, ist die Wegstrecke zum Zielwert von 2,78 Erstabsolventen eines MINT-Studiums pro 1.000 Erwerbstätige bereits zu mehr als zwei Dritteln zurückgelegt worden. Auch in den kommenden Jahren dürfte die Ersatzquote weiter steigen, da die Zahl der Studienanfänger in den MINT-Fächern deutlich gestiegen ist.

Ein Blick auf die Bundesländer

Der Vergleich der MINT-Ersatzquote nach Bundesländern zeigt, dass die größte Anzahl neuer MINT-Absolventen in Relation zur Erwerbstätigenzahl im Jahr 2010 aus Bremen, Berlin und Thüringen kam. Diese drei Bundesländer erreichen beziehungsweise übertreffen auch als einzige den Wert der Zielvorgabe von 2,78 Erstabsolventen pro 1.000 Erwerbstätige. Gegenüber dem Jahr 2005 ist bis zum Jahr 2010 die MINT-Ersatzquote in sämtlichen Bundesländern gewachsen. Einen besonders großen Zuwachs verzeichnete Bremen, wo zwischen 2005 und 2010 die Anzahl an MINT-Absolventen um mehr als zwei Personen pro 1.000 Erwerbstätige wuchs (+ 2,3). Kein anderes Bundesland erreichte im gleichen Zeitraum auch nur annähernd ein derartiges Wachstum.


Anzahl der MINT-Erstabsolventen pro 1.000 Erwerbstätige in den Jahren 2005 und 2011 nach Bundesländern, nur Erstabsolventen; Quelle: IW auf Basis Statistisches Bundesamt und Statistische Landesämter

Internationale Einordnung

Der internationale Vergleich von 24 OECD-Staaten belegt, dass die Mehrheit der Industriestaaten bereits heute eine MINT-Ersatzquote in Höhe des deutschen Zielwertes aufweist. Dabei ist zu beachten, dass die Daten der OECD von den Daten des Statistischen Bundesamts abweichen, weil sie nicht nur auf Erstabsolventen beschränkt sind. Es werden somit Absolventen mehrfach gezählt, wenn sie mehr als nur einen Abschluss erwerben. Im Rahmen der Bachelor-Master-Struktur ist dies sehr wahrscheinlich.

Darüber hinaus ist die Abgrenzung des MINT-Segments in den OECD-Statistiken sehr viel weiter als in Deutschland. Auch dies führt zu einer Überschätzung der MINT-Ersatzquote. So lässt sich auch erklären, dass Deutschland im internationalen Vergleich mit OECD-Daten den Zielwert bereits erreicht hat, obwohl die deutschen Daten ein anderes Bild zeigen. Deutschland liegt im Vergleich mit den übrigen OECD-Staaten im Mittelfeld.

Trotz der Abgrenzungsprobleme lässt sich daher schlussfolgern, dass eine weitere Erhöhung der MINT-Ersatzquote nicht unrealistisch ist. In der Slowakei, das auf dem ersten Rangplatz liegt, schließen bezogen auf die Zahl aller Erwerbstätigen mehr als doppelt so viele Studierende ein MINT-Studium ab als hierzulande.


Indikator: MINT-Ersatzquote ‚Internationaler Vergleich’ ; MINT-Absolventen pro 1000 Erwerbstätige in 2010, alle Absolventen (inkl. Erstabsolventen). Anmerkung: Die OECD-Daten weichen von den Daten des Statistischen Bundesamtes wegen unterschiedlicher Abgrenzung der MINT-Fächer und fehlender Beschränkung auf Erstabsolventen leicht ab. Quelle: OECD, 2012


Fazit

Die Anzahl der Erstabsolventen von MINT-Studiengängen hat sich relativ zur Gesamtanzahl der Erwerbstätigen in den letzten Jahren in Deutschland gesteigert und lag im Jahr 2010 bei 2,43 Erstabsolventen pro 1.000 Erwerbstätige. Trotz dieser positiven Entwicklung gilt es weiterhin aktiv an einer Erhöhung der MINT-Absolventenquote zu arbeiten. Dies wird durch die Erhöhung der MINT-Absolventenzahlen sowie durch die Steigerung des MINT-Studienabsolventenanteils und der Studienabsolventenquote erreicht. Auch die Erhöhung des Frauenanteils und eine Verringerung der Schwundquote sind Wege, die zur Erhöhung der MINT-Ersatzquote führen. Letztendlich ist es jedoch für all diese Wege zur Zielerreichung entscheidend, bereits in den Schulen den Anteil hochkompetenter Schüler in den MINT-Fächern zu erhöhen.

MINT Initiativen finden

Wege zu den Initiativen, zu Themen und Regionen

Zielgruppen spezifische
Angebote

zum Navigator
Aktuelles

Angebote für Schulen mit MINT-Schwerpunkt

Als Schule mit MINT-Schwerpunkt haben Sie die Möglichkeit zur Teilnahme am MINT-MAX-Programm (Hier klicken), dem Partnerprogramm für MINT-freundliche Schulen. Angebote, Vergünstigungen, Workshops, Camps warten auf Sie.

Bewerben Sie sich jetzt mit Ihrer Schule! (hier klicken)